|


|

|
Es wurde ein zwar anstrengendes, aber
auch lustiges und recht lehrreiches Wochenende. Die Seminarleiterin Frau
Bausenwein hatte lebende Fledermäuse verschiedener Arten mitgebracht.
Zwischen 5 und 30 Gramm schwer bzw. leicht, daumen- bis mausgross und alle Fellfarben waren
vertreten. Der
Bauch ist etwas heller als der Rücken gefärbt und sie hatten freche kleine
Gesichter. Klar, die kleinen spitzen Zähnchen, die sie auch noch mit
Vorliebe herzeigten ;-), waren anfangs schon etwas heftig
anzuschauen. Aber es war eigentlich nichts, gar nichts an ihnen unheimlich oder
beängstigend, "unbekannt" war da wohl das
bessere Wort.
|
Es wurde uns
gezeigt, wie man die Tiere, mit Hilfe eines Tuches, aus ihrer
Behausung sicher herausholt, um sie näher betrachten und untersuchen zu können. Ich will hier niemanden mit der Anatomie, so
faszinierend sie auch sein mag, der Tiere langweilen, dass kann man bei
Interesse auf entsprechenden Seiten nachlesen. Wir arbeiteten unsere
vielseitigen Unterlagen, die wir bekommen hatten, durch. An toten
-tiefgefrorenen- Fledermäusen lernte man Spritzen zu setzen, falls die
Tiere so stark dehydriert sein sollten, das Trinken allein nicht mehr reicht
oder sie es einfach nicht tun und wie man z.B. Flügel fixiert, wenn etwas
gebrochen ist. Wie die Unterbringung ausschauen sollte und
aus welchem Material. Die lebenden Flattermänner und -frauen,
liessen sich, wenn sie sich in der Hand beruhigt hatten, brav die Flügel
sorgsam auseinander ziehen, die Beinchen kontrollieren usw. Faszinierend zu
beobachten, wie die kleinen Kerle, nach anfänglicher Unruhe,
durch das Rausfangen, die unbekannten Geräusche und Gerüche, allmählich
in der Hand warm wurden und sich da einkuschelten, uns anblinzelten und
vorwitzig die spitzen Zähnchen zeigten.
Es war und ist anrührend, an der Hand den erst unruhigen, dann aber immer
gleichmässigeren Herzschlag dieses kleinen Wesens zu fühlen und zu
erfühlen. Man konnte sie mit Mehlwürmern verwöhnen :-). Wir
lernten Mehlwurmbrei herzustellen, den ältere und kranke Tiere u.U. besser
vertragen.. und und und............. Fast alle -auch die männl.
Teilnehmer in der Gruppe- hatten sich in die Tiere regelrecht verliebt. Vor
allem einer wollte "sein" kleines Flattermädchen gar nicht mehr
hergeben ;-) und hätte es am liebsten mit nach Hause genommen.
Anfang April.. werden sie aus ihrem Winterschlaf erwachen und ihre Winterquartiere
verlassen. Die meisten Fledermäuse halten einen echten Winterschlaf. Einzelne
Arten kann man auch schon mal an warmen Wintertagen schwärmen sehen. Die Weibchen werden schwanger durch das im Herbst
im Fortpflanzungstrakt "aufbewahrte" Sperma und werden dann in den Kinderstuben der
Sommerbehausungen nach einer Tragzeit von 30-70 Tagen (je nach Art und
Witterung) meist ein (ganz
selten mal zwei) lebendes Junges zur Welt bringen. Die Kleinen -ein
Zwergfledermausbaby ist etwa so gross wie eine Biene ;-)- kommen
nackt und blind zur Welt. Sie werden sich an den Bauch hängen, an den Zitzen festsaugen, während Mama kopfunter
tagsüber
schläft und ihre Kinder mit den Flügeln schützt und wärmt. Nachts geht Mama Fledermaus
auf ihre -scheinbar- lautlose Jagd und lässt das Baby in der
Wochenstube zurück. Die Kleinen drängen sich dann eng in Trauben zusammen, um sich warm
zu halten. Bei der Rückkehr ruft die Mama ihr Kind und wird es problemlos
unter den vielen finden und säugt es. Zum Herbst hin, muss das Kleine
gelernt haben, selbstständig zu jagen und wird sich ein eigenes
Winterquartier suchen. Der "Vater" spielt dabei keine Rolle. Unter guten Bedingungen können Fledermäuse bis zu 20
Jahre alt und älter werden. Fledermäuse sind hochsoziale
Tiere. Sie leben
meist in Gruppen zusammen und suchen den innigen Kontakt zu anderen Tieren. In
den Sommer- wie in den Winterquartieren kann es da durchaus zu einem
"Durcheinander" der Arten kommen, d.h. zwei oder drei verschiedene
Arten Fledermäuse leben friedlich zusammen in ihren Quartieren. :-). Von
einer Rangordnung im üblichen Sinn ist eigentlich (noch) nichts bekannt. Die Tiere
reagieren mit lautem Zetern auf Störungen. Bei Tieren in Gefangenschaft (Pflegetiere
z.B.) erlebt man schon mal, dass ältere Weibchen eine Art von Führung
übernehmen, allerdings ist das nicht übermässig ausgeprägt. Fledermäuse
sind supergute Flieger - aber schlecht zu Fuss. Spazieren gehen liegt ihnen
einfach nicht, klettern geht da schon wesentlich besser. Natürliche Feinde
sind nacht- und dämmerungsaktive Greifvögel, Katzen und der Mensch.
Praktisch alle Arten stehen unter Naturschutz.
|

|
<-
eine Handvoll winziger -aufgefundener- Zwergfledermausbabys... das
Einzelne nur wenig grösser als eine Biene :-). Mutter und Kind würden
vielleicht knapp in eine Streichholzschachtel hinein passen! |

|
Wir
Menschen werden nicht all zuviel von ihnen mitbekommen, es sei denn.... eines
verirrt sich einmal in Ihre Küche ;-) (übrigens: manchmal verfliegen
sich auch ganze Schwärme)
oder man findet mal eines irgendwo verletzt :-(.
In mondhellen Nächten kann man sie manchmal fliegen sehen
-sogar in
Schwärmen-, bei alten
Gebäuden, Mauern oder alten Baumbeständen, unter alten Brücken oder in der Nähe von
Steinbrüchen und Bergwerksstollen, an versteckten Seen und Teichen.
Nachfolgend werde ich ein paar Links aufführen..... wo Sie erfahren werden, wie Sie
Fledermäuse unterstützen können, ihre Arten zu erhalten helfen, mit dem Bau von
Fledermauskästen z.B., mit einem giftfreien Garten mit einheimischer
Pflanzenwelt für einen ausreichenden Bestand an Insekten usw. ......
zurück zu Teil 1
oder 


 eine
Seite, die mir schon sehr geholfen hat

oder zurück zur
|