Kanadagänsekinder

Am 1.6.2005 klingelt das Telefon. Die Tierarztpraxis kündigt uns 4 Babyenten an "sind aber schon recht gross" hiess es. Beim Abholen kommt es uns schon komisch vor. Diese "Enten" sahen irgendwie nicht aus wie die Enten, die wir so kennen. Zu gross, zu schwer. Der Eizahn am Schnabel war noch da, also konnten sie doch höchsten 2-3 Tage alt sein. Das waren keine Enten :-), sondern Gänseküken. Nur welche? Die Suche anhand von Bildern gestaltete sich schwierig. Sie waren sich alle sehr ähnlich in der Optik. Gitta hielt die Kleinen für Graugänschen, Ilse für Kanadagänschen. Wir fragten und horchten rum, in der Nähe wo die Kleinen gefunden wurden. Dort wurde -angeblich- ein Kanadaganspaar gesehen, dass auch Junge gehabt haben soll. Nun, da die Jungtiere nicht mehr da waren, oder aus welchen Grund auch immer, war dieses Gänsepaar mal hier mal da zu sehen. Das Risiko, die Kleinen dorthin zu bringen und zu schauen, was passiert, war doch recht gross. Sollte diese beiden Gänse nicht das Elternpaar sein und sich dementsprechend auch nicht kümmern, wären die Kleinen -dachten wir- u.U. für uns gar nicht mehr erreichbar gewesen. Also haben wir uns entschlossen, selber die Zwerge auf zu ziehen.

Tja, Ilse hatte nun nicht mehr viel damit zu tun ;-). Die vier Geschwister bekamen ein "Bett" in Gitta's Keller. Ab sofort war Futter reinschleppen angesagt, Badestunden -aber Achtung!! ohne Mama's Federkleid haben die Kleinen keine Chance ohne Aufsicht im Wasser. Die Mutter fettet und pudert mit dem eigenen Gefieder das der Kinder ein, sodass sie nicht zu nass werden, bzw. im Wasser nicht untergehen und ertrinken!!- Mit Wärmflasche und trockenen Tüchern und alle vier über- und untereinander putzten sie sich in einem Karton wieder trocken. :-) Irgendwann ging das alles nicht mehr. Man konnte 1. zuschauen, wie sie wachsen und 2. bekamen sie viel Grünzeug, geriebene Salatgurken in Wasser schwimmend und der Kot war dementsprechend ;-) und insgesamt wurde der Platz immer kleiner. Also zogen sie tagsüber um....... in den Garten von Gitta's Mutter :-) zunächst in ein kleines Gehege.... 

Danke schön noch mal, dafür!!!

Dieses "tagsüberumziehen" war gar nicht sooo einfach. Die Gänse mussten in einem Transportkorb ihre Köpfchen einziehen und wurden dann per Fahrrad oder Auto in den Garten gekarrt. :-) Auch das Kartonbettchen hatte mittlerweile ausgedient und ist durch ein stabileres Körbchen ersetzt worden. Sie hatten im Keller schon den grössten Kaninchenkäfig der aufzutreiben war, aber dieser reichte so gerade wirklich nur noch zum Schlafen. Ausserdem waren die "Kleinen Grossen" mittlerweile recht schwer. Da sie tagsüber auch mal ausserhalb des Gatters -unter Aufsicht- herumlaufen durften, gestaltete sich auch das abendliche Einfangen der vier lebhaften Geschwister stressig. Also......... zogen sie erneut um ....

Das Gartenhäuschen der Familie wurde ausgeräumt, marder- und rattensicher gemacht und mit Stroh ausgelegt. Die inzwischen recht grossen Schnattertiere hatten einen neuen Schlafplatz und einen grossen Garten zum Austoben und futtern, futtern, futtern. Wir hatten die vier Geschwister fast genau 7 Wochen. In dieser Zeit haben sie 42 Salatgurken, 25 Eisbergsalate, 15 kg Kükenstart, 10 kg Hühnerfutter weggemampft. Ganz abgesehen von dem Gras im Garten, den Armen voll Löwenzahnblättern usw. Hmmm....... ganz schöne Fresser ... und dementsprechend auch "Scheisser"!!!! Den Garten haben die ganz nett umgepflügt :-) und wirklich gut "gedüngt" ;-) Das Quartett wurde ein paar Mal mit einem Spezialmittel für Geflügel entwurmt -so für alle Fälle ;-)- es sollte ihnen ja an nichts fehlen. Das Einzige, was wir nicht wussten.... können sie schwimmen? werden sie immer noch pitschnass im Wasser? Alles was Gänseherzen so begehren, hatten sie........ nur eben keinen Teich zum Schwimmen. 

Am 21. Juli 2005 war es dann soweit. Es hiess Abschied nehmen! Naja, noch nicht so ganz.... Wir hatten die Zusage des Tierheimes in Wuppertal-Vohwinkel, uns das Quartett noch einige Wochen lang zu versorgen und es selbstständig werden zu lassen. In dem Gehege dort gab es einen Teich. Hmm...  etwas unbehaglich lassen wir unsere Gänse aus den Transportkörben .. Unsere Sorge war unbegründet. Sie können schwimmen .. sie werden nicht durch und durch nass .. und sie lieben das Wasser!!! Puhh :-) Im Vergleich zu der dort im Gehege rumlaufenden erwachsenen Kanadagans -die unsere irgendwie nicht mochte ;-)- waren unsere Vier genau so gross .. bissel zarter halt noch, man sieht, dass es Jungtiere sind. Die vier Kleinen haben es hauptsächlich unserer Gitta zu verdanken .. das sie gross und gesund sind!!

Jetzt bleibt uns allen nur........ DAUMEN DRÜCKEN ....... für ein weiteres gesundes Leben! 


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