paul1Darf ich mich vorstellen .. mein Name ist

Eiche .. Paul Eiche !!

Ich bin ungefähr 200 Jahre alt und habe viel gesehen und erlebt und möchte hier davon berichten. “knarz“
200 Jahre mag Euch sehr alt erscheinen, aber für eine Eiche bin ich da noch ein echter Jungspund. Vettern von mir sind über 1500 Jahre alt, denn wenn man uns liebt und achtet, werden wir ja sehr sehr alt! “knarz“
Ihr wundert euch, dass ich sprechen kann? “hmm, oh ja, das können alle Bäume. Aber verstehen kann uns nur der, der uns hegt und pflegt “knarz“ Versucht es einmal, setzt euch unter einen Baum, schließt die Augen und lauscht und horcht ganz genau hin. Ihr werdet erstaunt sein, was ihr alles hört … was so ein Baum alles zu erzählen hat .. von Liebespärchen, die sich hier trafen.. von Kindern, die hier spielten, von gestorbenen Brüdern und Schwestern, die abgeholzt wurden oder die die großen Stürme geholt haben. Wir können erzählen, von großen und schlimmen Kriegen, welche um uns getobt haben, wie sich die Welt um uns verändert hat, nicht immer gut, nicht immer schön, aber auch nicht immer schlecht..
vom Lauf der Zeit halt .. der Jahre … Jahrzehnte .. der Jahrhunderte eben “knarz“

Ein Baum wie ich, kann auch vom Leben berichten, welches in ihm, auf ihm und unter ihm stattgefunden hat und hin und wieder noch stattfindet. Von Vögeln und Eichhörnchen zum Beispiel, welche in den Zweigen ihre Kinderschar großgezogen und auf die Welt vorbereitet haben, von Hirschen, Rehen und Wildschweinen, die sich ihr Fell an meinem Stamm geschubbelt, die Rinde angenagt und sich von meinen Früchten ernährt haben. So eine Eiche wie ich, kann sich nämlich um rund 500 verschiedene Lebewesen hervorragend kümmern, ihnen Wohnung, Schutz und Nahrung bieten, ohne jemals die Geduld zu verlieren. “knarz“

Als ich aufgewachsen bin, gab es noch sehr viele von uns, auch andere Arten, die Luft war sauber, man ließ uns wachsen, blühen, Früchte tragen und gedeihen, da wo wir standen. Die Menschen und die Tiere um uns herum .. lebten mit uns und wir lebten für sie!

Aber die Zeit hat sich gewandelt, die Menschen ebenso wie die Tiere und Pflanzen. Viele von denen, die früher in meiner Krone gelebt haben, gibt es gar nicht mehr oder sie sind selten geworden. Die Menschen achten uns nicht mehr so, hören nicht mehr auf das, was wir zu sagen haben. Das Wasser, welches an unsere Wurzeln dringt, schmeckt nicht mehr so gut und manchmal reicht es gar nicht aus, um unseren Durst zu stillen. Oft haben wir Bauchweh, lassen unsere Blätter zur Unzeit fallen, die Blütenstände vertrocknen und wir tragen kaum noch Früchte. Wir wachsen krumm und schief, weil viele heftige Stürme und Unwetter an uns zerren und rütteln, die Winter sind zu warm, die Sommer entweder zu heiß, zu trocken oder zu nass sind.

Aber .. wir leben noch .. wir sprechen auch zu euch .. ihr müsst nur wieder lernen zu hören

wieder lernen uns zu lieben, uns wieder achten und schützen ..

dann ………. leben wir noch sehr lange .. mit euch und für euch und ihr mit uns und für uns!
*knarz knarz

Euer Paul Eiche !


Nun unser Paul Eiche kann zwar sprechen, aber mit dem Lesen hapert es dann doch, also haben wir das für ihn übernommen. Wir haben etwas herumgesucht, geblättert und folgendes gefunden:

Im Wülfrather Stadtgebiet, sagt die Statistik, in den öffentlichen Anlagen, an Straßenrändern usw. stehen knapp 2.800 Bäume, welche vom Städt. Bauhof gehegt und gepflegt werden. An den Autobahnen und großen Landstrassen in NRW gibt es mehr als 600.000 Bäume, diese werden von extra ausgebildeten Baumpflegern regelmäßig auf Krankheiten, Schäden, Verkehrssicherheit (Standfestigkeit) usw. untersucht. Ist ein Baum so krank, dass man ihm nicht mehr helfen kann, muss er gefällt werden. Ist die Krone, also seine Äste beschädigt, muss diese ausgelichtet werden. Krankes Gehölz wird abgeschnitten und die Schnittflächen versiegelt, damit keine weiteren Krankheitskeime eindringen können .. usw..

Diese Maßnahmen sind teuer, aufwändig .. aber wichtig, denn so ein Baum ist ein sehr nützliches Lebewesen

 Also gibt es entsprechende Satzungen, es muss ja immer alles genau geregelt sein, wie Bäume zu behandeln, zu schützen, zu versorgen sind, wie man -> Stadt, Land, Du und ich, mit ihnen umgehen sollen und vor allem dürfen. Diese Satzungen regeln ganz genau, welcher Baum, auch der auf privaten Grundstücken wie zu behandeln ist, ob und wann und zu welchen Jahreszeiten er evtl. gefällt, beschnitten usw. werden kann. Ob und wann ein gefällter Baum ersetzt werden muss – durch einen neuen gesunden Baum.

Man redet viel über kranke Baumbestände durch den z.B. den berühmt-berüchtigten sauren Regen. Saurer Regen bedeutet im Grunde nichts anderes als verschmutzte Luft. Die Schmutzpartikel in der Luft werden durch den fallenden Regen in die Erde gespült und vergiften auf diese Weise die Nahrung für Pflanzen und Tiere .. die Erde. Die Menschen legen noch einiges obendrauf .. überdüngen, räumen zu sehr auf oder eben gar nicht, versiegeln den Boden durch Pflaster, Beton, zu enge Bebauung usw.

Unser Baum bekommt nicht genügend -gutes- Wasser, nicht genügend -gute- Nahrung, nicht genügend Licht, um gesund bleiben und wachsen und leben zu können.

Sie können erkennen, wie solch ein kranker Baum stirbt .. er lässt seine Blätter zur falschen Zeit fallen, er wird immer lichter in der Krone, Blütenstände vertrocknen, bevor sich die Frucht entwickeln kann. Irgendwann ist er vollkommen kahl und trocken … der Baum ist tot.

So ein Baum leidet sehr lange, oft dauert es viele Jahre,

Jahre in denen er langsam aber sicher stirbt!!