Ich
wohne bei Britta, Uwe und dem -mittlerweile- 4 Jahre alten Sohn
Thorben.
Bei uns leben noch zwei Katzen und eine Sumpfschildkröte. Die Kröte *Francis*
habe ich schon ausgiebig beschnuppert, aber die ist eher langweilig. Die
*Dicke*, unsere Katze, ist die Chefin bei uns. Sie ist sehr
aufgeweckt und verschmust, aber sie kann auch ziemlich zickig sein. In der einen Minute gibt sie mir ein Küsschen, in der
anderen haut sie mir grundlos einen auf die Nase. Ich "sage"
dann aber nichts, weil ich weiss, dass sie mich eigentlich sehr gern
hat. Frauen eben!! Charlie, der Kater, ist viel gelassener und ruhiger.
Wir teilen uns das Futter und spielen Fangen zusammen. Erst jagt er
mich, dann ich ihn, bis wir uns totmüde auf's Sofa legen und schlafen.
Wenn Charlie Futter klauen geht, bekomme ich immer etwas ab.
Als Gegenleistung mache ich ihm die Packung auf :-)
Beim Tierarzt habe ich einen Mikrochip hinters Ohr gespritzt
bekommen. Britta meint, sie findet diese Kennzeichnungspflicht sehr gut.
Wenn ich mal "verloren" gehe, kann man mich schnell wieder
nach Hause bringen. Ausserdem werden weniger Hunde ausgesetzt, weil der
Besitzer
schnell gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden kann. Das gilt natürlich
auch für Hunde, die etwas anstellen.
Ich gehe gern zum Tierarzt, lauter nette Menschen und Tiere und vor
allem LECKERCHEN :-). Dort bin ich auch kastriert worden. Die Regierung
meint, ICH sei böse, daher darf ich keine Nachkommen zeugen. Züchtung
verboten! Irgendwann wird es keine Pitbulls mehr geben. Das finde ich schade. Unter Kennern gelten wir als Familienhunde
mit starken Nerven und einem gutmütigen Charakter. Wir gelten als mutig
und unerschrocken, was von Vorteil ist, da Hunde, die nicht
schreckhaftsind, nur schwer aus dem Konzept zu bringen sind :-)
Britta und Uwe hatten eine Menge Laufereien wegen mir, damit sie mich
behalten durften. Ordnungsamt: anmelden, polizeiliches Führungszeugnis,
Fragebogen ohne Ende, Versicherung, Chip. Keine Einwände!! Ein Tierarzt
des Kreisveterinäramtes kommt mich zu Hause besuchen. Weil er einen guten Eindruck von mir und meiner Familie hatte, durfte
man mich zum Wesenstest anmelden. Dort wurde dann geprüft, wie ich mich
mit anderen Tieren, Kindern und Hunden gegenüber verhalte. Das hat ein
paar Stunden gedauert, aber war für mich ein Kinderspiel. Jetzt darf
ich ohne Maulkorb an der Leine laufen, darüber bin ich sehr
froh, denn der hat doch immer sehr an der Nase gejuckt. Diesen
Wesenstest muss ich alle zwei Jahre wiederholen.
Der Test ist in NRW freiwillig, allerdings müssen alle Hunde, die nicht
teilnehmen, bis an ihr Lebensende den Maulkorb tragen. Der Test ist,
entgegen aller Gerüchte, sehr fair und hundegerecht gestaltet. In
anderen Bundesländern ist der Test Pflicht, um überhaupt die Erlaubnis
zur Haltung des Hundes zu bekommen.
Mein Frauchen musste einen Sachkundenachweis erbringen. Hierfür
muss sie Fragen beantworten zu artgerechtem Halten, Hundeerziehung usw.
Sie muss nachweisen, dass sie sich mit Hundehaltung und -erziehung
auskennt. In jedem Bundesland sind die Bestimmungen anders. So muss z.B.
ein Hund mit Maulkorbbefreiung aus NRW in einem anderen Bundesland den Maulkorb u.U. wieder tragen. Die bundeseinheitliche Verordnung wird
demnächst vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt. Tierschützer
und Hundehalter und objektive Politiker forderten vor dem Gericht die
Abschaffung der Rasselisten und eine Gefahreneinstufung unabhängig von
der Rasse, da ein angeborenes, höheres Aggressionspotenzial bei "sogenannten" Kampfhunden wissenschaftlich NICHT nachweisbar
ist. Die Listen wurden von den Ländern damit verteidigt, dass die
Hunde auf Grund ihrer Größe und Kraft eine potentiell höhere Gefahr
darstellen. Dieser Argumentation ist nicht zu akzeptieren, da andere große
Hunde, z.B. der Deutsche Schäferhund und die Deutsche Dogge, auf keiner
dieser Listen auftauchen!!
Meine Leute finden die Grundidee einer Hundeverordung gut! Denn
schliesslich geht es darum, Mensch und Tier vor skrupellosen
Haltern und Züchtern zu schützen. Aber macht es Sinn, dies auf einige
wenige Rassen zu beschränken?
Kann man nicht jeden Hund
zu einer "Waffe" erziehen?
Ich jedenfalls wünsche mir eine Verordnung, die alle Menschen vor
potientiellen Übergriffen sämtlicher Hunde und alle Hunde vor
der Qual eines Abrichtens, und damit vor einem unwürdigen Leben, schützt. Am
meisten aber wünsche ich mir, dass die Menschen nicht mehr soviel Angst vor
mir haben, andere Hunde und Kinder wieder mit mir spielen dürfen und freue mich, endlich ohne Maulkorb draußen schnuppern zu dürfen!
Nachtrag
April 2006: Mittlerweile bin ich fast 14 Jahre alt und kein "SpringinsFeld"
mehr ;-) und leider auch schon ziemlich grau um die Nase. Manchmal kann
mich ein Jüngerer
-so wie heute- noch dazu überreden, mit ihm über ein Feld zu flitzen.
Aber das merke ich dann doch .. das Herz klopft dann arg und am besten
legt sich ein *alter Mann wie unser eins* dann aufs Sofa
-am besten unter die Decke, damit einen keiner nervt, weil nicht sieht ;-)-
und ratzt ein paar Stündchen vor sich hin.
Ein liebes
*WUFF* ......euer Damon
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