|
|

|
Hier können Sie
nachlesen, was wir bereits 1992 in unserem 1. Tierschutzheftchen
über den Krappsteich und die dort vorherrschenden Zustände geschrieben
und vorgeschlagen haben :-)
|
Frühjahr
1992. Irgendwo in der Umgebung erblickt ein kleiner Schwan das Licht der Welt.
Als Zweijähriger fühlt er sich dann stark und selbstbewusst genug, die grosse
weite Welt zu erkunden und sich eine Frau zu suchen..... er findet beides
ausgerechnet im kleinen Wülfrath :-) Das Dumme ist, dort auf dem Krappsteich
schwimmen gleich zwei Damen
herum. (Nach meinen Recherchen waren es vor 1992 wohl zeitweise sogar drei!
Schwäne. Einer von denen ist wohl an falschem Futter -verschimmeltes Brot
u.a.- verendet) Unser junger Schwanenmann guckt sich eine aus
und machomässig ekelt er die zweite weg. Die Wülfrather Tierschützer bringen
dann 1995 die junge Dame auf einen anderen Teich, damit sie ihre Ruhe hat. Nicht
immer ist alles "Friede - Freude -Eierkuchen" auf dem Teich. Das
Schwanenpärchen, von den Wülfrathern mittlerweile "Romeo und Julia"
genannt, verträgt sich nicht immer wirklich gut. Romeo fühlt als König auf
dem Krappsteich und führt sich manchmal auch so auf. ;-) Er drangsaliert
unfreundlich seine Frau Julia, so dass sie sich dann ab und an für eine Weile
in eine Ecke zurückzieht.. oder "Julia" von uns eingefangen wird und
sich in der alten Auffangstation erholt
. aber er nervt auch schon mal die auf und Teich
lebenden Enten und Tauben. Jedem, der dort neu hinzu kommt, wird erst mal heftig
klar gemacht, wer der Herr im Hause ist. Leider mussten bei solchen Attacken
auch schon mal Entenbabys ihr Leben lassen. Im Laufe der Jahre wurde auch
gebrütet und es schlüpften wohl auch Jungschwäne, aber aus uns nicht
immer bekannten Gründen, wurden diese nicht gross. :-( Bei Romeo wird eine Aussackung
am Hals festgestellt, in der sich immer mal wieder Nahrungsreste sammeln. Am 5.
Juni 2002 stirbt Julia, sie war ja etwas älter als Romeo, an
Altersbeschwerden. Die Aussackung am Hals von Romeo zwingt die Tierschützer
diesen ein paar mal einzufangen, um ihn dem Tierarzt vorzustellen, der diese
Aussackung kontrolliert und reinigt . Im Frühjahr 2003 bringen wir ihn dann,
nach so einer Tierarztbehandlung, ins Wuppertaler Tierheim zur Kur für 4
Wochen. Dort soll er sich bei gutem Futter erholen. Das klappt auch prima. Bei
der Rückkehr ist der, ohnehin Menschen sehr zugetan, Vogel noch
"zutraulicher" und macht allen viel Spass, wenn er schnatternd -um
Futter bettelnd- durch die Fussgängerzone der Stadt watschelt. Den Wülfrathern
tut der Schwan leid.... sie meinten: "Romeo braucht unbedingt eine
Frau!". Das sprach sich bis ins Rathaus herum ;-). Dort überlegte man....
und hatte die Idee. Aus der Partnerstadt Wülfraths in Frankreich, Bondues, kam dann am 24. März 2004 "Marianne". Eine junge
französische Schwänin. Unser Romeo wurde kurzerhand in "Michel" umgetauft und man
setzte ihm, mit grossem
TAMTAM, Marianne auf den Teich .
Tja... für genau 20 Minuten hat das
hingehauen. Michel/Romeo "bearbeitete" das arme Tier
so arg, dass es
unterzugehen drohte und dann entnervt in die Büsche flüchtete, wo wir Tierschützer das Tier
dann wieder einfingen. Nix mit Schwanenhochzeit! Die kleine Französin kam
vorerst ins Wuppertaler Tierheim
in die Voliere. Die Überlegungen gingen nun
dahin, Michel/Romeo einzufangen, ihn ebenfalls nach Wuppertal zu bringen, damit er und
Marianne sich dort besser kennen lernen und sie dann zusammen zurück auf den
Teich in Wülfrath zu bringen. Das Einfangen gestaltete sich aber sehr
schwierig. Michel/Romeo kennt uns ja genau und hat offensichtlich auch so eine
Ahnung - die fangen mich wieder ein! ;-) Jedenfalls dauert es 3 Wochen und fast
20 Fangversuche, bis wir ihn endlich haben. Die beiden Schwäne vertragen sich
in Wuppertal richtig gut. Heute wissen wir allerdings auch warum. Michel/Romeo
war dort nicht zu Hause, er musste sich anpassen - unterordnen und legt sein
Machogehabe, welches er daheim an den Tag legt, dort -logischerweise- ab. Am
späten Nachmittag am 27. April 2004 bringt man beide Tiere nach Wülfrath
zurück. Man ist der Meinung, jetzt sollte es klappen. Anfangs sieht es auch so
aus. Die beiden schwimmen zusammen, Michel/Romeo füttert sogar die Marianne.
Ich bleibe skeptisch und beobachte das Geschehen noch fast 2 Stunden lang. Die
grosse Liebe ist das aber irgendwie nicht. Michel/Romeo an der einen Ecke des
Teiches, Marianne weit weg an der anderen Seite. Am nächsten Vormittag....
Marianne ist schmutzig und sitzt auf der Wiese, er ist im Wasser - wieso? Gehe
ich auf ihn zu, stellt er die Flügel auf und faucht. Am nächsten Morgen, ein
Anruf. Marianne hat sich unter dem Bauzaun, der am Teich, wegen der
Bauarbeiten zur neuen Angerführung aufgebaut ist, auf der Flucht vor Romeo/Michel verfangen und er
musste von ihr mit einem Besen getrennt werden. Marianne sieht arg zerrupft und
mitgenommen aus und wird eingefangen. Es macht keinen Sinn, für die
"kleine Französin" besteht Lebensgefahr. Sie schwimmt jetzt auf dem
Beyenburger Stausee und ist hoffentlich glücklich dort. Der Wülfrather Schwan
Romeo blieb von da an allein hier. Allmählich zeigte auch er "Marotten"...
schmiss alle Jahre einmal seine Schwung- und Schwanzfedern ab.... komplett und alle auf
einmal (warum? es war nicht herauszufinden), kratzte sich immer mal wieder den Hals wund
und leicht blutig. Er machte Spaziergänge in die Stadt, war auf (s)eine liebenswerte Art -
frech und ruppig. Am Silvesterwochenende 2005 verstarb er.... ist einfach, an
seinem von ihm so geliebten Teich, für immer eingeschlafen. Es
wurde, von bestimmten Politkern und Bewohnern der Stadt, prompt von einem neuen Schwan bzw.
eines (harmonischen?!?) Schwanenpärchens gesprochen (sogar Geld
für den Ankauf eines Pärchens sammelte man), welches nun
auf den Krappsteich gesetzt werden solle. Wir Tierschützer aber sind dagegen. Fliegt von selber etwas einfach zu, sieht das anders
aus.... diese Tiere fliegen bei evtl. Futtermangel auch wieder weg. Ein
zugekauftes Schwanenpärchen (welches aus einer Zucht stammt oder zumind. in behüteter
Gefangenschaft geboren wurde) ist es aber gewöhnt gefüttert zu werden und nicht in
der Lage, sich sein Futter von irgendwoher ausreichend selber zu besorgen. Ein Pärchen
irgendeinem fremden Revier zu entnehmen, ist aus tierschützerischer Sicht
ebenfalls unmöglich, zumal für Laien kaum erkennbar ist, ob Männchen oder
Weibchen, alt oder jung usw.
Man sollte doch bitte bedenken, es handelt sich hier um LEBENDIGE WESEN, nicht um Plüschtiere mit
einem "Knopf im Ohr" oder einer "Kette um den Hals", worauf der Name des edlen Spenders
eingraviert zu lesen ist!! Es gibt schliesslich noch reichlich Tiere dort, die
man beobachten und an denen man sich freuen kann --> Wir sind nicht gegen das Fütterungsverbot ... da
ohnehin nur "Falsches" dort abgeladen wird, was weder den
Vögeln dort, noch dem Teich gut tut, (Brot (z.T. mit Belag), Hamburger,
Würstchen, Nudeln mit Sosse, Pfannkuchen mit Marmelade usw. verschmutzen das Teichwasser immens
und die Vögel bekommen Beschwerden wie Durchfall, Schimmelbefall in
den inneren Organen usw.).... wir plädieren daher ganz dringend für
art- und fachgerechte
Zufütterung (wenn notwendig) der vorhandenen Tiere.
Was der Verein ja im übrigen bereits tut! Der Teich gibt definitiv NICHTS her und die Wiese davor ist schnell abgeweidet.
Nachtrag: Mitte März 2006.
Im Moment ist, wegen der Vogelgrippegefahr, an die "Einfuhr" eines Schwanenpärchens
ohnehin überhaupt nicht zu denken.
Obduktionsergebnis des männlichen
Schwanes vom Krappsteich -16.01.06-
Romeo
wog nur noch 5,4 kg ........ normal sind etwa 12 - 15 kg
(Julia
bei ihrem Tod im Jahr 2002 wog nur noch 6.2 kg)
Er
litt an einer vollständigen Kachexie. Das bedeutet: Unterernährung bis IN die
Knochen/Knochenmark. Ausserdem lag ein starker innerer Pilz- und Bakterienbefall in und an fast allen Organen vor und Krankheiten
-auch krebsartig-, welche als Folge auf die Unter- und Mangelernährung
und -bedingt- auch auf das Alter zurückzuführen sind. Bei Julia war das
Ergebnis der Obduktion übrigens ganz ähnlich. Diese Unter- und Mangelerscheinungen wieder verweisen auf den schlechten Zustand des Teiches
und seiner Umgebung.
Schwäne fressen im Wasser, sie gründeln nach Wasserpflanzen und Kleintieren
wie Schnecken, Asseln usw. Das gibt der Teich einfach nicht in ausreichender
Menge für ein oder gar zwei so grosse Tiere her. Dafür aber jede Menge an
Coladosen und ähnliches.
Ausserhalb des Wassers futtern sie auch Gras, aber
auch das ist nicht in ausreichender Menge vorhanden, da 1. regelmässig dort gemäht
wird und 2. die Enten ja auch dort abweiden.
Und noch einmal ganz deutlich: DAS bedeutet, es ist nicht zu verantworten, dass wieder Tiere dort
bewusst und absichtlich hingesetzt werden, sie würden dort ganz sicher an
erheblichen Mangelerscheinungen leiden und/oder ganz allmählich verhungern.
zurück zur
|