igel1Igel sind Nachttiere, Winterschläfer, Insektenfresser! Unsere einheimischen Igel werden zum größten Teil in den Monaten August und September, nach einer Tragezeit von 35 Tagen geboren. Igelsäuglinge werden etwa 6 Wochen lang gesäugt, die Igelmutter ist „alleinerziehend“. Im Alter von etwa 3 1/2 Wochen begleiten die Kleinen die Mutter auf der Pirsch und beginnen schon selbständig Nahrung zu suchen, die sie schmatzend verzehren., Aber davon allein werden sie noch nicht satt. Mit 6 Wochen sind die kleinen Igel selbstständig und gehen ihre eigenen Wege.
Igel sind fressen Insekten: Sie leben von Laufkäfern, Raupen, Würmer und Schnecken. Sie fressen weder Obst noch Gemüse! (Ich habe Igel allerdings schon mit Begeisterung Bananen, Apfelstückchen, rohes und gestocktes Eigelb und Haferflocken futtern sehen 🙂 )
Im Herbst fressen sie sich ein gutes Fettpolster an und verbringen die nahrungsarme Zeit in einem gut gebauten warmen Nest und halten Winterschlaf. Dabei werden sämtliche Körperfunktionen auf ein Minimum reduziert, Herzschlag, Atem, Puls, der gesamte Stoffwechsel steht auf Sparflamme. Wenn es wieder dauerhaft warm wird, erwacht der Igel
– mit schlotterndem Stachelkleid. Er muss sich dann erst mal wieder ein ordentliches Gewicht anfuttern. Dann geht er auf Partnersuche. Nach der Paarung verlässt der Igelmann das Weibchen, es gibt keine Igelfamilie.
Der ursprüngliche Lebensraum der Igel, Waldsäume, abwechslungsreiche Landschaft mit Büschen, Hecken und Gestrüpp wurde überwiegend durch uns Menschen zerstört. Der Igel ist als Kulturfolger bis in unsere Gärten und Parks usw. vorgedrungen, wo er Nahrung und Unterschlupf findet. Bei Anbruch der Dunkelheit geht er laut schnüffelnd, schnaufend und schmatzend auf Futtersuche und auf Partnerwahl. Unser stachliger Freund ist ein nachtaktives Tier. Wird er tagsüber angetroffen, ist er entweder durch Garten- oder Bauarbeiten oder von Hunden aufgeschreckt und sucht gerade einen neuen Unterschlupf, oder er ist krank, verletzt oder es handelt sich um ein verwaistes Igelchen, das die Mutter sucht, oder das Jungtier ist nachts nicht sattgeworden und das knurrende Bäuchlein lässt ihn nicht schlafen. Solche Igel sind hilfsbedürftig! Nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG §20f g) dürfen geschützte Wildtiere wie der Igel vorübergehend aufgenommen werden, um sie gesund zu pflegen und dann wieder freizulassen, wenn sie sich selbständig erhalten können. Nach dem Tierschutzgesetz (TierSchG §2) muss man sich sachkundig machen, wie die Igelhilfe richtig und Haltung und Ernährung in vorübergehender Gefangenschaft artgerecht sind.

ACHTUNG: NICHT JEDER IGEL BRAUCHT HILFE,
ABER JEDE HILFE MUSS RICHTIG SEIN!

 Muss dann wirklich mal ein Igel -aus welchem Grund auch immer- mit genommen werden, bitte!!! merken Sie sich den FUNDORT. Igel sind recht standorttreue Tiere und wenn man die Möglichkeit hat, sollte er nach seiner Gesundung wieder dorthin zurück, wo er vorher gelebt hat.

Informationen zur richtigen Igelhilfe bekommt man bei einer Igelstation in der Nähe oder bei Pro Igel e.V., Igel-Hotline 08382-3021 oder 08382-6023, im Internet unter pro-igel.de oder sie rufen den nächstgelegenen Tierschutzverein an, wo man ebenfalls mit guten Tipps weiter helfen kann.

In nahrungsarmen Zeiten kann man Igeln mit Zufütterung helfen. In der Dämmerung stellt man ein Schälchen Katzen- oder Hundefutter aus der Dose und Wasser (keine Milch) nach draußen. Gärten soll man nicht zu sehr aufräumen, und Gifteinsatz vermeiden. Unter abgeschnittenem Strauchwerk und Blättern findet ein Igel seinen Unterschlupf und Nahrungstiere, nistet sich vielleicht ein und bleibt als stachliger Gartenfreund zu unserer Freude bei uns.

 

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